Hauserdung selbst installieren oder Fachbetrieb? Kosten, Sicherheit & Vergleich
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Wie können Hausbesitzer ihre Hauserdung kostengünstig selbst verlegen? Erfahre alles zu Potentialausgleich, Sicherheit, Kosten und dem Vergleich zur Installation durch Elektrikunternehmen.
Die Erdung eines Hauses ist entscheidend für Sicherheit und Funktionalität – doch muss sie wirklich teuer vom Elektriker installiert werden? In diesem Beitrag erfährst du, wie Hausbesitzer die Hauserdung und Potentialausgleichschiene selbst verlegen können, was es kostet und worauf unbedingt geachtet werden muss. Dazu ein direkter Kostenvergleich mit Fachbetrieben, der zeigt, wo du sparen kannst – und wo Sicherheit unbezahlbar ist.
Hauserdung und Potentialausgleich: Eigenleistung oder Fachbetrieb?
Die Erdung eines Hauses gehört zu den grundlegenden Bausteinen der elektrischen Sicherheit und wird dennoch von vielen Hausbesitzern unterschätzt. Sie sorgt dafür, dass gefährliche Fehlströme im Erdreich abgeleitet werden und somit weder Personen noch elektrische Geräte Schaden nehmen. Ohne eine funktionierende Erdung können bereits kleine Defekte an Leitungen oder Geräten zu lebensgefährlichen Situationen führen. Daher stellt sich für viele Eigenheimbesitzer die Frage, ob es sinnvoll ist, die Hauserdung und den Potentialausgleich selbst zu installieren, oder ob man diese Aufgabe besser einem Fachbetrieb überlässt. Wer sich mit handwerklichen Tätigkeiten auskennt, kann durchaus einen Teil dieser Arbeiten in Eigenregie durchführen, allerdings muss dabei mit äußerster Sorgfalt und einem klaren Verständnis der Vorschriften vorgegangen werden. Denn die Sicherheit steht an oberster Stelle und am Ende muss die Anlage ohnehin von einem konzessionierten Elektriker geprüft und abgenommen werden.
Grundsätzlich besteht die Erdung eines Hauses aus einem Erder, der im Boden eingebracht wird, und einer Potentialausgleichschiene, auf der alle leitfähigen Anlagenteile zusammengeführt werden. Diese Schiene verbindet nicht nur die elektrischen Leitungen, sondern auch metallische Installationen wie Wasserrohre, Heizungsanlagen oder Gasleitungen. Dadurch wird sichergestellt, dass zwischen den einzelnen leitfähigen Komponenten kein gefährlicher Spannungsunterschied entstehen kann. In modernen Gebäuden wird üblicherweise ein Fundamenterder eingebracht, der bereits beim Bau im Betonfundament verlegt wird. Bei Bestandsgebäuden, bei denen dieser nicht vorhanden ist, greift man auf nachträglich eingebrachte Tiefenerder oder Ringerder zurück.
Für Hausbesitzer, die eine kostengünstige Lösung suchen, liegt die Idee nahe, die Erdung selbst zu installieren. Materialien wie ein verzinkter Tiefenerder, Anschlussklemmen, Erdungsband oder ein Kupferleiter sind im Fachhandel oder online bereits für einige hundert Euro erhältlich. Wer bereit ist, selbst Hand anzulegen, spart sich die hohen Stundenlöhne von Elektrikunternehmen. Allerdings muss man bedenken, dass der Materialpreis nicht die einzige Komponente ist. Bei einer professionellen Installation wird neben der Materialqualität auch auf die fachgerechte Verlegung geachtet, und vor allem übernimmt der Elektriker die Prüfung und Messung der Erdungswiderstände. Nur wenn diese Werte im vorgeschriebenen Bereich liegen, ist die Anlage auch wirklich sicher und wirkungsvoll.
Um eine Erdung in Eigenleistung vorzubereiten, muss zunächst der richtige Platz gewählt werden. Ein Tiefenerder wird meist an einer Außenseite des Hauses in den Boden eingeschlagen, typischerweise bis in eine Tiefe von zwei bis drei Metern. Dadurch erreicht man Erdschichten mit dauerhaft hoher Feuchtigkeit, was den elektrischen Widerstand verringert. Alternativ können mehrere horizontale Erder in einem Graben um das Haus herum verlegt werden. Für die Verbindung zur Potentialausgleichschiene wird ein massiver Leiter verwendet, der nach den geltenden Normen dimensioniert sein muss, in der Regel ein blanker Kupferdraht mit 16 mm² Querschnitt. Die Potentialausgleichschiene selbst wird im Keller oder Hausanschlussraum montiert und dient als zentraler Sammelpunkt. Hier laufen die Verbindungen von der Erdungsanlage, der Hauptstromversorgung und den metallischen Installationen des Hauses zusammen.
Beim Selbstbau gilt es besonders darauf zu achten, dass alle Übergänge leitfähig und dauerhaft korrosionsgeschützt verbunden werden. Eine einfache Verschraubung ohne geeignete Klemmen reicht nicht aus, da sich diese über die Jahre lockern kann und dann die Schutzfunktion verloren geht. Auch darf der Erdungsleiter nicht mit isolierenden Materialien ummantelt sein, da er in direktem Kontakt mit der Erde stehen muss. Wer hier unsauber arbeitet, spart zwar kurzfristig Geld, riskiert aber im Ernstfall die Sicherheit seiner gesamten elektrischen Anlage.
Die Kosten einer in Eigenleistung installierten Erdung liegen in der Praxis meist zwischen 300 und 800 Euro, je nach Art des Erders, der Bodenbeschaffenheit und den verwendeten Materialien. Ein verzinkter Tiefenerder von etwa 2,5 Metern Länge ist schon ab rund 60 Euro erhältlich, während hochwertige Edelstahl- oder Kupfervarianten deutlich teurer sind. Hinzu kommen Kabel, Klemmen, Erdungsband sowie die Potentialausgleichschiene selbst, die ebenfalls zwischen 50 und 200 Euro kosten kann. Ein ambitionierter Heimwerker kann somit mit überschaubarem Materialeinsatz die Grundstruktur seiner Erdungsanlage aufbauen. Allerdings muss er zwingend damit rechnen, dass ein Elektriker hinzugezogen werden muss, um die abschließende Messung vorzunehmen. Diese Abnahme schlägt mit weiteren 150 bis 400 Euro zu Buche, was in die Gesamtkalkulation einzubeziehen ist.
Vergleicht man diese Werte mit einer vollständigen Installation durch ein Elektrikunternehmen, so zeigt sich, dass die Fachbetriebe üblicherweise zwischen 1500 und 3000 Euro berechnen, abhängig von der Größe des Hauses, der Art des Erders und der regionalen Preisgestaltung. Diese Summe wirkt im ersten Moment hoch, beinhaltet jedoch sämtliche Leistungen von der Planung über die fachgerechte Ausführung bis hin zur Dokumentation und Abnahme. Für den Bauherrn oder Hausbesitzer bedeutet das vor allem eines: absolute Sicherheit und eine rechtskonforme Anlage, die bei späteren Prüfungen oder Versicherungsfällen keinen Anlass zu Beanstandungen gibt.
Kostenvergleich: Eigenleistung vs. Fachbetrieb
| Position | Eigenleistung (inkl. Abnahme) | Fachbetrieb (Komplettinstallation) |
|---|---|---|
| Material (Erder, Kabel, Schiene etc.) | 200 – 600 € | Inklusive |
| Abnahme durch Elektriker | 150 – 400 € | Inklusive |
| Arbeitszeit Hausbesitzer | Eigenleistung | Entfällt |
| Arbeitszeit Fachbetrieb | Entfällt | 500 – 1000 € (Arbeitskosten) |
| Gesamt | 500 – 1200 € | 1500 – 3000 € |
Der wesentliche Unterschied zwischen Eigenleistung und Facharbeit liegt also weniger in der Frage, ob es grundsätzlich möglich ist, die Erdung selbst einzubauen, sondern ob man bereit ist, das Risiko einer unsachgemäßen Ausführung zu tragen. Wer selbst arbeitet, muss sich intensiv mit den technischen Normen auseinandersetzen. In Deutschland gelten hier insbesondere die VDE-Vorschriften, die exakt festlegen, welche Materialien und Querschnitte erlaubt sind, wie die Verbindungen auszuführen sind und welche Messwerte am Ende erreicht werden müssen. Wer diese Vorschriften ignoriert oder missachtet, riskiert nicht nur die Sicherheit, sondern auch, dass im Schadensfall die Versicherung Leistungen verweigert.
Ein weiterer Punkt, der oft unterschätzt wird, ist die langfristige Haltbarkeit. Eine Erdungsanlage muss Jahrzehnte zuverlässig funktionieren, auch wenn sie im Erdreich Korrosion und wechselnden Bodenfeuchtigkeiten ausgesetzt ist. Elektrikunternehmen greifen deshalb in der Regel auf hochwertige Edelstahl-Erdspieße zurück, die nicht nur einen geringen Übergangswiderstand aufweisen, sondern auch eine extrem lange Lebensdauer haben. Ein Heimwerker, der aus Kostengründen auf verzinkte Varianten setzt, spart kurzfristig Geld, riskiert aber, dass diese nach einigen Jahren ihre Funktion verlieren und nachgerüstet werden müssen.
Es lässt sich also zusammenfassen, dass die Erdung eines Hauses durchaus von einem technisch versierten Hausbesitzer vorbereitet und in Teilen selbst installiert werden kann, insbesondere wenn es darum geht, den Erder in den Boden einzubringen oder die Potentialausgleichschiene zu montieren. Unverzichtbar bleibt jedoch die Hinzuziehung eines Elektrikers für die Endprüfung und die offizielle Abnahme. Kostenseitig liegt man dann insgesamt meist noch immer deutlich unter den Summen, die ein Fachbetrieb für eine Komplettinstallation berechnen würde. Wer jedoch Wert auf maximale Sicherheit, langfristige Haltbarkeit und vollständige Gewährleistung legt, ist mit einer professionellen Installation durch ein Elektrikunternehmen auf der sicheren Seite.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch der Vergleich der Arbeitszeit. Ein erfahrener Elektriker benötigt für die Installation eines Tiefenerders mit Anschluss an die Potentialausgleichschiene oft nur wenige Stunden, während ein Heimwerker ohne Spezialwerkzeug erheblich länger beschäftigt ist. Gerade das Einschlagen oder Einbringen eines Erdspießes in harten oder steinigen Boden kann sich als extrem mühsam herausstellen. Professionelle Betriebe verfügen über entsprechende Maschinen, die diesen Arbeitsschritt in kürzester Zeit erledigen. Auch das sichere Verpressen der Verbindungen erfordert Spezialwerkzeug, das in der Anschaffung für den Privatmann kaum lohnt.
Die Überlegung, ob man selbst tätig wird oder den Fachmann beauftragt, hängt somit stark von den persönlichen Fähigkeiten, der Risikobereitschaft und den verfügbaren Mitteln ab. Wer handwerklich begabt ist und bereit ist, sich intensiv mit den Vorschriften auseinanderzusetzen, kann einen erheblichen Teil der Kosten einsparen. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen will und auch rechtlich keinerlei Risiko tragen möchte, entscheidet sich für die fachmännische Installation.
Ein weiterer Aspekt betrifft die Zukunftssicherheit der Erdungsanlage. Mit zunehmender Elektrifizierung der Haushalte, sei es durch Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder Elektromobilität, steigt die Bedeutung einer stabilen und leistungsfähigen Erdung noch weiter an. Gerade bei Photovoltaikanlagen ist eine normgerechte Erdung zwingend vorgeschrieben, um Überspannungen abzuleiten und die empfindliche Technik zu schützen. Hier wird in der Praxis fast immer ein Fachbetrieb hinzugezogen, da die Abnahme und Dokumentation für die Inbetriebnahme ohnehin erforderlich ist. Ein Heimwerker, der seine Erdung unsachgemäß vorbereitet hat, läuft Gefahr, dass spätere Installationen erschwert oder sogar unmöglich werden.
Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Hauserdung und die Potentialausgleichschiene nicht zu den Bereichen gehören, in denen man leichtfertig Kompromisse eingehen sollte. Zwar ist die Versuchung groß, durch Eigenleistung einige tausend Euro zu sparen, doch muss jedem bewusst sein, dass hier ein zentrales Element der elektrischen Sicherheit betroffen ist. Wer sich dennoch für den Selbstbau entscheidet, sollte größte Sorgfalt walten lassen, ausschließlich normgerechte Materialien verwenden, alle Verbindungen fachgerecht ausführen und in jedem Fall einen Elektriker mit der Endprüfung beauftragen. Nur so ist gewährleistet, dass die Anlage nicht nur kostengünstig, sondern auch sicher und dauerhaft wirksam ist. Im direkten Vergleich lässt sich sagen: Die Eigenleistung kostet in der Regel zwischen 500 und 1200 Euro inklusive Abnahme, während die Komplettinstallation durch ein Elektrikunternehmen zwischen 1500 und 3000 Euro liegt. Der Unterschied ist beträchtlich, doch der Zugewinn an Sicherheit, Gewährleistung und rechtlicher Absicherung macht den höheren Preis für viele Hausbesitzer lohnenswert.