Berechnung
So berechnet Sonnify die PV-Amortisation
Der Rechner simuliert 25 Betriebsjahre. Für jedes Jahr werden Stromproduktion, Moduldegradation, Strompreissteigerung, Eigenverbrauch, Speichernutzung, Einspeisung und laufende Kosten geschätzt. Sobald die kumulierten Vorteile die Nettoinvestition erreichen, gilt die Anlage rechnerisch als amortisiert. Der Zeitpunkt wird anteilig innerhalb des betreffenden Jahres berechnet.
- Nettoinvestition = Investitionskosten minus Förderung
- Vorteil = vermiedener Netzstrom plus Einspeisevergütung minus laufende Kosten
- Eigenverbrauch wird über Nutzungsprofil und Speichergröße geschätzt
- Der Jahresertrag wird systemseitig mit 1.000 kWh je kWp angesetzt
- Module verlieren rechnerisch 0,5 % Leistung pro Jahr
- Für den Speicher werden 88 % Systemwirkungsgrad und 250 Vollzyklen pro Jahr angesetzt
- Die eingetragene EEG-Vergütung fließt konservativ für 20 Betriebsjahre ein
Kurzantwort
Wann amortisiert sich eine Photovoltaikanlage?
Eine Photovoltaikanlage ist finanziell amortisiert, sobald die eingesparten Stromkosten und Einnahmen aus der Einspeisung zusammen höher sind als Anschaffung, Installation und laufende Kosten. Bei einem Einfamilienhaus bestimmen vor allem Anlagenpreis, Solarertrag am Standort, Eigenverbrauch und Strompreis die Dauer.
Ein Speicher erhöht häufig die Autarkie, verkürzt die Amortisation aber nicht automatisch. Er hilft wirtschaftlich nur dann, wenn seine zusätzlichen Kosten durch regelmäßig nutzbaren Solarstrom und vermiedenen Netzbezug ausgeglichen werden.
Standort
Welcher PV-Ertrag ist in Deutschland realistisch?
Der spezifische Jahresertrag beschreibt, wie viele Kilowattstunden eine Anlage je installiertem Kilowattpeak erzeugt. Der Rechner verwendet systemseitig einen einheitlichen Orientierungswert von 1.000 kWh/kWp. In Deutschland sind für eine erste Einordnung häufig etwa 850 bis 1.100 kWh/kWp plausibel. Gute, wenig verschattete Dächer in sonnenreichen Regionen können darüber liegen; ungünstige Ausrichtung, Verschattung oder technische Verluste führen zu niedrigeren Werten.
Nutzen Sie deshalb keinen bundesweiten Bestwert, wenn Sie Ihr eigenes Dach bewerten. Ein realistischer Wert aus einer Ertragsprognose, einer Dachplanung oder einem vollständigen PV-Angebot ist belastbarer als eine pauschale Annahme.
| Standort und Dach | Orientierungswert | Einordnung |
| Norddeutschland, gutes Dach | ca. 850-1.000 kWh/kWp | Konservativ bis solide |
| Mitteldeutschland, gutes Dach | ca. 900-1.050 kWh/kWp | Häufig geeigneter Startwert |
| Süddeutschland, gutes Dach | ca. 950-1.100 kWh/kWp | Bei günstiger Lage plausibel |
| Teilverschattung oder ungünstige Ausrichtung | individuell niedriger | Planung statt Pauschalwert nötig |
Beispiel
Beispielrechnung für ein Einfamilienhaus
Eine Anlage mit 8,5 kWp, 1.000 kWh/kWp Jahresertrag und 4.500 kWh Haushaltsverbrauch erzeugt im ersten Jahr rechnerisch rund 8.500 kWh Solarstrom. Wie viel davon im Haus genutzt wird, hängt vom Tagesprofil und vom Speicher ab. Der übrige Strom wird eingespeist; fehlender Strom kommt weiterhin aus dem Netz.
Bei 15.500 Euro Gesamtinvestition, 36 Cent Netzstrompreis, moderater Strompreissteigerung und laufenden Kosten ergibt sich keine universelle Amortisationszeit. Schon ein anderer Angebotspreis, ein niedrigerer Ertrag oder ein überdimensionierter Speicher kann das Ergebnis um mehrere Jahre verschieben. Genau deshalb zeigt der Rechner nicht nur eine Endzahl, sondern auch Produktion, Reststrom, Einspeisung und den jährlichen Verlauf.
i
Wichtig für einen fairen Vergleich
Tragen Sie als Investitionskosten immer den vollständigen Endpreis des Angebots ein. Speicher, Montage, Gerüst, Zählerschrankarbeiten und Elektroanschluss dürfen nicht ein zweites Mal geschätzt oder außerhalb der Rechnung vergessen werden.
Grenzen der Berechnung
Was der PV-Amortisationsrechner bewusst nicht verspricht
Die Berechnung ist eine wirtschaftliche Orientierung und keine Ertragsgarantie. Nicht enthalten sind Finanzierungskosten, Steuern im Einzelfall, ein möglicher Austausch von Wechselrichter oder Speicher, Reparaturen, Abregelungsverluste, variable Netzentgelte und ein Erlös nach Ende der angesetzten EEG-Vergütungsdauer. Dadurch bleibt das Ergebnis nachvollziehbar, muss für eine Investitionsentscheidung aber mit Dachplanung und konkretem Angebot ergänzt werden.
Für die fachliche Einordnung orientiert sich die Methodik an Informationen der Bundesnetzagentur zur EEG-Förderung und der Verbraucherzentrale zur PV-Planung.
FAQ
Häufige Fragen zur PV-Amortisation
Kurze, klare Antworten für Hausbesitzer, die Photovoltaik wirtschaftlich einordnen möchten.
Wie schnell amortisiert sich eine Photovoltaikanlage?
Viele private PV-Anlagen amortisieren sich grob nach 8 bis 14 Jahren. Entscheidend sind Investitionskosten, Stromverbrauch, Eigenverbrauch, Speicher, Strompreis und Einspeisevergütung.
Was bedeutet Amortisation bei PV?
Die Amortisation beschreibt den Zeitpunkt, ab dem die Summe aus Stromkostenersparnis und Einspeisevergütung die Investitionskosten der Anlage ausgeglichen hat.
Lohnt sich ein Speicher für die Amortisation?
Ein Speicher kann den Eigenverbrauch und die Autarkie erhöhen. Ob er sich schneller rechnet, hängt von Speicherpreis, Strompreis, Verbrauchsprofil und nutzbarer Speicherkapazität ab.
Warum ist Eigenverbrauch so wichtig?
Selbst genutzter Solarstrom ersetzt teuren Netzstrom. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ist meistens wirtschaftlich wertvoller als eine eingespeiste Kilowattstunde.
Ist der Rechner eine verbindliche Wirtschaftlichkeitsberechnung?
Nein. Der Rechner liefert eine verständliche Orientierung. Für ein verbindliches Angebot sollten Dach, Verbrauch, Komponenten, Montage und Elektroanschluss konkret geprüft werden.
Welchen Jahresertrag soll ich für meinen Standort ansetzen?
Für eine erste Rechnung sind in Deutschland häufig etwa 850 bis 1.100 Kilowattstunden je Kilowattpeak plausibel. Dachausrichtung, Neigung, Verschattung, Standort und technische Verluste können den tatsächlichen Ertrag deutlich verändern.
Sind die Kosten eines Batteriespeichers bereits enthalten?
Tragen Sie bei den Investitionskosten den vollständigen Angebotspreis inklusive Speicher ein. Der Rechner schlägt keine geschätzten Speicherkosten zusätzlich auf.