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Diese 6 technischen Voraussetzungen sind für eine Solaranlage auf einem Einfamilienhaus notwendig

Kosten · Förderung · Ertrag

Für eine Solaranlage auf einem Einfamilienhaus sind Dachausrichtung, Statik, Elektroinstallation und Netzanschluss entscheidend. Anbieter prüfen Dachfläche, Verschattung, Sicherungskasten und Zähler. Das Solarpaket I (2024) vereinfacht die Anmeldung. Kosten: 15.000-25.000 €, Amortisation in 8-12 Jahren.

Der Traum vieler Hausbesitzer ist es, das eigene Dach zur Stromquelle zu machen. Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) haben sich in den letzten Jahren zu einer der attraktivsten Möglichkeiten entwickelt, Stromkosten zu senken und gleichzeitig einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) wurden in Deutschland im Jahr 2024 allein über 1 Million neue Solaranlagen installiert, was die installierte Leistung auf mehr als 80 Gigawatt Peak (GWp) anhebt. Doch bevor die Anlage installiert werden kann, müssen einige technische Voraussetzungen geprüft und erfüllt werden. Anbieter sind verpflichtet, die Machbarkeit zu überprüfen und alle erforderlichen Anpassungen transparent im Angebot darzustellen.

In diesem Beitrag schauen wir uns im Detail an, welche baulichen, elektrischen und administrativen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit eine Photovoltaikanlage erfolgreich und sicher auf einem Einfamilienhaus betrieben werden kann. Dabei werden wir praxisnah erklären, welche Angaben und Fotos für Anbieter wichtig sind, wie die Dachstruktur geprüft wird und welche Rolle die Elektroinstallation im Haus spielt. Wir integrieren auch aktuelle Daten zu Erträgen, Kosten und gesetzlichen Änderungen, wie dem Solarpaket I aus 2024, das den Ausbau von PV-Anlagen weiter vereinfacht hat. Zusätzlich erläutern wir, wie Sie durch eine professionelle Planung langfristig sparen und die Umwelt schonen.

Welche Voraussetzungen muss mein Haus für eine Solaranlage erfüllen?

Damit eine PV-Anlage sicher betrieben werden kann, müssen Dachkonstruktion, Statik und Elektroinstallation geeignet sein. Ein Fachbetrieb prüft, ob Ihr Haus technisch und baulich die Anforderungen erfüllt, bevor ein Angebot erstellt wird.

Wie finde ich heraus, ob mein Dach für Photovoltaik geeignet ist?

Die Dachausrichtung, Neigung und Verschattung sind entscheidend für den Ertrag. Mit Solarkatastern oder Anbieteranalysen lässt sich schnell feststellen, wie viel Sonnenstrom Ihr Dach liefern kann – auch bei Ost-West-Ausrichtung.

Welche Unterlagen und Fotos muss ich für ein Angebot bereitstellen?

Anbieter benötigen Fotos vom Dach, Sicherungskasten, Zähler und Dachkonstruktion. Diese Informationen helfen, die technische Machbarkeit einzuschätzen und ein realistisches Angebot mit Ertragsprognose zu erstellen.

Prüfung der baulichen Voraussetzungen

Eine der wichtigsten Fragen bei der Installation einer PV-Anlage ist: Ist mein Dach überhaupt geeignet? Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle – von der Dachausrichtung über die Dachneigung bis hin zum Zustand der Bausubstanz. Eine unzureichende Prüfung kann zu geringeren Erträgen oder sogar Schäden führen, weshalb eine professionelle Dachinspektion empfohlen wird.

Dachausrichtung und Dachneigung

Für die Effizienz einer Photovoltaikanlage ist die Ausrichtung entscheidend. In Deutschland bringt ein nach Süden ausgerichtetes Dach den höchsten Ertrag, da es die maximale Sonneneinstrahlung nutzt. Doch auch Dächer mit Ost-West-Ausrichtung sind längst keine Ausschlusskriterien mehr. Sie haben sogar den Vorteil, den erzeugten Strom gleichmäßiger über den Tag zu verteilen, was besonders für Haushalte mit hohem Eigenverbrauch vorteilhaft ist.

  • Südausrichtung: optimal für hohen Gesamtertrag, mit bis zu 100 % der möglichen Effizienz.
  • Ostausrichtung: morgens mehr Stromerzeugung, für Haushalte mit frühem Verbrauch interessant (ca. 80-90 % Ertrag im Vergleich zu Süd).
  • Westausrichtung: abends mehr Ertrag, wenn typischerweise gekocht oder Geräte genutzt werden (ähnlich 80-90 %).
  • Nordausrichtung: nur in seltenen Fällen sinnvoll, z. B. bei sehr niedrigem Strombedarf oder großem Platzangebot, mit Ertragsverlusten von bis zu 50 %.
Die Dachneigung sollte im Idealfall zwischen 30 und 40 Grad liegen, um die Sonnenstrahlen optimal einzufangen. Flachere Dächer können mit Aufständerungen angepasst werden, bei steileren Dächern sinkt die Effizienz leicht. Laut der Verbraucherzentrale erzielen Anlagen mit 30-40 Grad Neigung in Mitteldeutschland den besten Jahresertrag. Abweichungen von bis zu 20 Grad führen nur zu minimalen Verlusten (unter 5 %), während flache Dächer (unter 15 Grad) durch Selbstverschattung oder Schneelast beeinträchtigt werden können. In Regionen mit hoher Schneelast, wie im Süden Deutschlands, empfehlen Experten eine Neigung von mindestens 15 Grad für eine bessere Selbstreinigung der Module.

Eine Studie des ADAC zeigt, dass selbst bei Ost-West-Ausrichtung und suboptimaler Neigung immer noch 80-90 % des Maximalertrags möglich sind. Tools wie das Solarkataster (verfügbar auf vielen Landesportalen) helfen, das Potenzial Ihres Dachs zu berechnen.

Dachfläche und Verschattung

Ein Anbieter benötigt genaue Angaben und Fotos der Dachflächen. Dabei wird häufig zwischen Ost-, Süd- und Westdach unterschieden. Auf dieser Grundlage lässt sich die mögliche Modulanzahl berechnen. Für eine typische 10-kWp-Anlage benötigen Sie etwa 50-60 m² Dachfläche, abhängig von der Modulleistung (moderne Module erreichen 200-400 Wp/m²). Verschattungen durch Bäume, Nachbarhäuser oder Schornsteine müssen berücksichtigt werden, da sie die Stromproduktion mindern können – selbst 10 % Verschattung kann den Ertrag um 20-30 % reduzieren.

Die Faustregel lautet: Je mehr verschattungsfreie Fläche, desto besser. Eine Verschattungsanalyse mit Tools wie PVGIS (EU-Kommission) ist essenziell. In städtischen Gebieten können Mikroinverter oder Optimierer helfen, Verluste zu minimieren. Zudem fördert das EEG 2023 Anlagen mit Eigenverbrauch, was verschattete Dächer attraktiver macht.

Dachkonstruktion und Statik

Bevor eine Anlage montiert werden kann, muss geprüft werden, ob die Dachkonstruktion das zusätzliche Gewicht trägt. Photovoltaikmodule samt Unterkonstruktion wiegen etwa 12 bis 33 Kilogramm pro Quadratmeter, abhängig vom System (Aufdach: 12-20 kg/m², Flachdach mit Ballast: bis 33 kg/m²). Hinzu kommt die Schneelast im Winter (bis 2 kN/m² in Schneelastzone 3) oder Windlast bei Stürmen (bis 1,5 kN/m² in Windzone 4).

Deshalb wird vorab untersucht:

  • Art der Dacheindeckung (Ziegel, Schiefer, Blech, Flachdach). Bei Ziegeldächern muss die Eindeckung intakt sein, da Module die Dachhaut nicht durchdringen sollten.
  • Länge und Breite der Dachziegel – diese Maße sind wichtig, um die Befestigungssysteme passgenau auswählen zu können. Standardziegel messen 40-45 cm Länge und 20-25 cm Breite.
  • Breite und Abstand der Dachsparren – hier wird entschieden, wie die Unterkonstruktion verschraubt werden kann. Anbieter fordern deshalb Fotos mit Zollstock, die die Maße sichtbar machen. Typische Sparrenabstände liegen bei 60-80 cm.
Besonders wichtig: Bei älteren Dächern kann es sein, dass eine Sanierung notwendig ist, bevor eine PV-Anlage installiert werden darf. Ein Dach, das in den nächsten Jahren ohnehin erneuert werden muss, sollte unbedingt vorher saniert werden – andernfalls müssten die Module erneut abgebaut werden. Die DIN 1055 und Eurocode 1 regeln die Lastberechnungen; eine Statikprüfung kostet 300-1.000 € und ist bei Flachdächern oder in schneereichen Regionen essenziell. Seriöse Anbieter integrieren diese in ihr Angebot.

Elektrische Voraussetzungen im Haus

Eine Photovoltaikanlage ist nicht nur eine bauliche, sondern auch eine elektrische Investition. Damit der erzeugte Solarstrom ins Hausnetz und ggf. ins öffentliche Netz eingespeist werden kann, sind einige Punkte zu prüfen. Anbieter benötigen hierfür in der Regel Fotos vom Sicherungskasten, Zähler, Hausanschlusskasten und Potentialausgleich. Die DIN VDE 0100-712 regelt die Anforderungen an PV-Systeme, inklusive Überspannungsschutz.

Sicherungskasten

Der Sicherungskasten ist das Herzstück der Hausinstallation. Damit die PV-Anlage angeschlossen werden kann, muss genügend Platz für neue Sicherungen und ggf. einen zusätzlichen Wechselrichteranschluss vorhanden sein. Ist der Sicherungskasten veraltet oder zu klein, muss er durch einen Elektriker modernisiert werden. Moderne Kästen benötigen mindestens 2-3 freie Module für FI-Schalter und Überspannungsschutz. Kosten für eine Erneuerung: 500-1.500 €.

Stromzähler

Jede Photovoltaikanlage benötigt einen modernen, digitalen Stromzähler (meist ein sogenannter Zweirichtungszähler). Dieser misst, wie viel Strom ins Netz eingespeist und wie viel Strom aus dem Netz bezogen wird. Falls im Haus noch ein alter Ferraris-Zähler installiert ist, tauscht der Netzbetreiber diesen kostenfrei oder gegen geringe Gebühr aus. Seit 2023 sind intelligente Zähler (Smart Meter) für Anlagen >7 kWp Pflicht, um den Eigenverbrauch zu optimieren.

Hausanschlusskasten

Der Hausanschlusskasten verbindet das Haus mit dem öffentlichen Stromnetz. Er muss technisch in der Lage sein, den zusätzlichen Einspeisepunkt zu verarbeiten. Bei sehr alten Anlagen kann eine Erneuerung erforderlich sein, um den Wechselrichter anzuschließen. Die TAB (Technischen Anschlussbedingungen) des Netzbetreibers definieren die Anforderungen.

Potentialausgleich und Hauserdung

Für die Sicherheit ist ein funktionierender Potentialausgleich zwingend notwendig. Alle metallischen Teile müssen miteinander verbunden sein, um Überspannungen abzuleiten. Anbieter verlangen deshalb ein Foto der Potentialausgleichsschiene. Auch die Hauserdung spielt eine zentrale Rolle, damit Blitzschläge oder Fehlerströme sicher abgeleitet werden. Ein Überspannungsschutz (Typ 1+2) ist nach VDE 0100-443 Pflicht, um Schäden durch Blitze zu vermeiden.

Dokumentation durch Fotos und Angaben

Wie im eingebauten Code beschrieben, fordern Anbieter eine Vielzahl an Fotos und Maßangaben vom Hausbesitzer, bevor ein konkretes Angebot erstellt werden kann. Diese dienen nicht nur der technischen Planung, sondern auch der rechtlichen Absicherung. Die Fotos helfen, virtuelle Simulationen zu erstellen und Erträge zu prognostizieren.

Typischerweise werden folgende Angaben benötigt:

  • Dachfotos Ost, Süd, West (idealerweise mit Drohnenaufnahmen für Verschattung).
  • Maße der Dachziegel (Länge & Breite) – z. B. 42 cm x 24 cm für Frankfurter Pfannen.
  • Breite und Abstand der Dachsparren (mit Zollstock) – z. B. 8 cm Breite, 70 cm Abstand.
  • Foto des Sicherungskastens (mit Umgebungswand) – um Platz für Erweiterungen zu prüfen.
  • Foto des Stromzählers (mit erkennbarem Zählerstand) – zur Überprüfung auf Digitalisierung.
  • Foto des Hausanschlusskastens – für den Netzanschluss.
  • Foto der Potentialausgleichsschiene – für Sicherheitskonformität.
  • Foto der Hauserdung – oft eine Erdstange oder -band.
Wichtig: Alle Angaben und Fotos werden von den Anbietern eingesehen, um ein konkretes Angebot erstellen zu können. Dabei gilt: Kein Anbieter erhält persönliche Kontaktdaten, solange das Angebot nicht angenommen wurde.

Datenschutz wird ebenfalls großgeschrieben: Nach spätestens zwei Jahren werden alle Angaben und Fotos automatisch gelöscht. Hausbesitzer sollten beim Hochladen darauf achten, dass keine Personen oder privaten Informationen (z. B. Straßennamen, Schilder) erkennbar sind. Apps wie Google Earth können zusätzlich für 3D-Modelle genutzt werden.

Netzanschluss und technische Machbarkeit

Jede Photovoltaikanlage muss beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden. Dieser prüft, ob das örtliche Stromnetz in der Lage ist, die Einspeisung aufzunehmen. Besonders in ländlichen Regionen mit schwachen Netzen kann es Einschränkungen geben. In manchen Fällen sind Netzverstärkungen erforderlich, die zusätzliche Kosten verursachen können (bis 5.000 € für Kabelverstärkungen).

Die Anbieter sind verpflichtet, im Angebot transparent darzustellen, wenn solche Maßnahmen notwendig sind. Dazu gehört zum Beispiel:

  • Verstärkung des Hausanschlusses – bei Anlagen >10 kWp oft erforderlich.
  • Austausch von Kabeln – z. B. von 16 mm² auf 25 mm² Querschnitt.
  • Installation von Transformatoren in der Nachbarschaft – in schwachen Netzen.
Das Solarpaket I (2024) vereinfacht die Anmeldung: Für Anlagen bis 30 kWp gilt eine Genehmigungsfiktion nach 4 Wochen. Die Anmeldung erfolgt online über das Portal des Netzbetreibers, mit Angaben zu Leistung, Standort und Installateur. Nach Prüfung folgt die Inbetriebnahme, inklusive Zählertausch (kostenlos für Zweirichtungszähler).

Weitere technische Aspekte

Neben Dach und Elektrik spielen auch weitere Faktoren eine Rolle bei der Umsetzung einer Photovoltaikanlage:

  • Wechselrichter: Wandelt den Gleichstrom der Module in haushaltsüblichen Wechselstrom um. Hybride Modelle (z. B. von Fronius oder SMA) integrieren Speicher und optimieren den Eigenverbrauch auf bis zu 70 %.
  • Batteriespeicher (optional): Ermöglicht die Nutzung des Solarstroms auch nachts. Kapazitäten von 5-15 kWh sind üblich; Kosten: 5.000-15.000 €. Förderungen wie KfW 270 machen sie attraktiv.
  • Brandschutz: PV-Anlagen müssen fachgerecht installiert sein, damit keine Brandgefahr entsteht. DIN VDE 0126-1-1 fordert Feuerwiderstand und Schnellabschaltung.
  • Wartungsfreundlichkeit: Kabel und Wechselrichter sollten so installiert sein, dass eine spätere Wartung problemlos möglich ist. Jährliche Inspektionen (ca. 200 €) verlängern die Lebensdauer auf 25-30 Jahre.
  • Smart Home Integration: Moderne Anlagen können mit Apps (z. B. SolarEdge) überwacht werden, um Verbrauch zu optimieren.
  • Förderungen und Kosten: Eine 10-kWp-Anlage kostet 15.000-25.000 €, mit Amortisation in 8-12 Jahren. EEG-Vergütung: 8-12 Ct/kWh.

Der Weg zur eigenen PV-Anlage

Eine Photovoltaikanlage auf dem Einfamilienhaus ist technisch in den meisten Fällen realisierbar – vorausgesetzt, die baulichen und elektrischen Voraussetzungen werden erfüllt. Anbieter unterstützen Hausbesitzer durch klare Vorgaben, Fotos und Maßangaben bei der Planung. Die technische Machbarkeit wird im Vorfeld genau geprüft, und notwendige Anpassungen werden transparent ins Angebot aufgenommen. Mit dem Solarpaket I und steigenden Strompreisen (aktuell 30-40 Ct/kWh) wird PV attraktiver denn je – Erträge von 1.000-1.500 kWh/kWp pro Jahr sind machbar.

Für Hausbesitzer bedeutet das: Mit den richtigen Unterlagen, Fotos und etwas Vorbereitung steht der eigenen Stromproduktion aus Sonnenenergie nichts mehr im Wege. Investieren Sie in eine Beratung, um langfristig zu profitieren und die Energiewende voranzutreiben.

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