Für Zuhause und lange Standzeiten. Meist ist 11 kW der ausgewogene Standard.
Typ 2Wallbox, AC, DC oder HPC: Welche Ladesäule macht was?
Die Ladeleistung auf dem Schild ist nicht automatisch die Leistung, die im Akku ankommt. Fahrzeug, Batterie, Temperatur und Belegung des Standorts entscheiden mit. Dieser Überblick zeigt, welche Ladeart für Zuhause, Alltag und Langstrecke sinnvoll ist.

Zu Hause zählt Standzeit, unterwegs zählt Ladegeschwindigkeit
Für Innenstadt, Hotel, Arbeitsplatz und Parkhaus. Das Fahrzeug begrenzt die AC-Leistung.
Typ 2Für kürzere Stopps unterwegs. Die Ladesäule liefert Gleichstrom direkt an die Batterie.
CCS Combo 2Für Langstrecke und kurze Pausen. Hohe Leistung nur bei geeigneter Fahrzeugtechnik.
CCS Combo 2Der entscheidende Unterschied liegt bei der Stromumwandlung
Wechselstromladen
Das Stromnetz liefert Wechselstrom. Beim AC-Laden übernimmt das Ladegerät im Fahrzeug die Umwandlung in batterietauglichen Gleichstrom. Deshalb begrenzt der Onboard-Charger des Fahrzeugs die Leistung. Kann das Auto nur 11 kW AC laden, bringt eine 22-kW-Säule keine 22 kW ins Fahrzeug.
- preisgünstigere Ladehardware
- ideal bei längeren Standzeiten
- zu Hause der Normalfall
Gleichstrom-Schnellladen
Die Leistungselektronik sitzt in der Ladesäule. Sie liefert Gleichstrom direkt an die Batterie und kann deshalb deutlich höhere Ladeleistungen bereitstellen. DC-Laden ist aufwendiger, teurer und besonders für Reise- sowie Schnellladestandorte gedacht.
- kurze Ladepausen möglich
- Leistung folgt der Ladekurve
- teurer als AC-Laden

Typ 2 und CCS Combo 2 sind die wichtigsten Anschlüsse
Typ 2 ist in Europa der Standard für Wechselstromladen. Zu Hause kann das Kabel fest an der Wallbox montiert sein oder separat mitgeführt werden.
CCS Combo 2 ergänzt den Typ-2-Bereich um zwei große Gleichstromkontakte. Das Kabel ist bei öffentlichen DC-Schnellladern fest an der Säule angeschlagen.
Mobile Ladeeinrichtungen mit Haushalts- oder CEE-Anschluss sind für Sonderfälle und Reisen gedacht. Die jeweilige Steckdose, Absicherung und Dauerbelastbarkeit müssen zur Ladeleistung passen.
Akku geteilt durch Leistung ist nur der Anfang
Ein 60-kWh-Akku benötigt von 20 auf 80 Prozent rund 36 kWh. Rein rechnerisch dauert das bei 11 kW gut drei Stunden und bei 100 kW etwa 22 Minuten. In der Praxis entstehen Ladeverluste, und beim DC-Laden sinkt die Leistung mit zunehmendem Akkustand.
Beispiel für etwa 36 kWh nachzuladende Energie, inklusive grober Praxisaufschläge. *Nur wenn das Fahrzeug diese Leistung unterstützt; DC-Leistung folgt einer variablen Ladekurve.
Sechs Faktoren begrenzen die tatsächliche Leistung
Onboard-Charger und DC-System geben die maximale Leistung vor.
Bei hohem Ladestand reduziert das Batteriemanagement die Leistung.
Ein kalter oder sehr warmer Akku lädt langsamer.
Das Fahrzeug kann den Akku vor einem Schnellladestopp vorbereiten.
Manche Ladepunkte teilen ihre Gesamtleistung mit dem Nachbaranschluss.
800-Volt-Fahrzeuge können an geeigneten HPC-Ladern besonders schnell laden.
So funktionieren Freischaltung und Bezahlung
Lade-App
Standort wählen, Ladepunkt freischalten und den Vorgang in der App beenden. Preis und Roamingbedingungen vorher prüfen.
RFID-Ladekarte
Praktisch bei regelmäßiger Nutzung eines Fahrstromanbieters. Karte an den Leser halten und Ladevorgang starten.
Direktzahlung
Spontanes Laden ohne Dauerschuldverhältnis, beispielsweise über Karte oder eine webbasierte Bezahlseite.
Plug & Charge
Bei kompatiblem Fahrzeug und Ladepunkt authentifiziert sich das Auto automatisch über das Ladekabel.
Vor dem Start prüfen: Preis pro kWh, mögliche Start- oder Zeitgebühren, Blockiergebühren und die maximale Standzeit können sich je Anbieter und Tarif unterscheiden.
Welche Ladeart passt zu welchem Stopp?
| Ort | Typische Ladeart | Warum sie dort passt |
|---|---|---|
| Eigenheim | 11-kW-Wallbox | Lange Standzeit, günstige Installation und PV-Integration |
| Arbeitsplatz | AC 11 oder 22 kW | Mehrere Stunden Standzeit, gut mit Lastmanagement kombinierbar |
| Hotel und Freizeit | AC-Destination-Charging | Fahrzeug lädt während des Aufenthalts |
| Supermarkt | AC oder DC 50 bis 150 kW | Ladeleistung passend zur Aufenthaltsdauer |
| Autobahn | DC-HPC | Möglichst viel Reichweite während einer kurzen Pause |
| Mehrfamilienhaus | AC mit Lastmanagement | Vorhandene Anschlussleistung auf mehrere Fahrzeuge verteilen |
Normalladepunkt oder Schnellladepunkt?
Die Bundesnetzagentur unterscheidet öffentlich zugängliche Normalladepunkte bis einschließlich 22 kW und Schnellladepunkte mit mehr als 22 kW. Öffentliches AC-Laden verwendet mindestens Typ 2; für öffentliches DC-Laden ist CCS Combo 2 der maßgebliche Standard.
Stand August 2026. Quelle: Bundesnetzagentur, FAQ zur Ladeinfrastruktur.
Die Wallbox sollte zum Haus und zum Fahrzeug passen.
Prüfen Sie AC-Limit, Steckertyp und Plattform und planen Sie dann Ladeleistung, Kabelweg, Photovoltaik und Energiemessung gemeinsam.