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Wallbox, AC, DC oder HPC: Welche Ladesäule macht was?

Die Ladeleistung auf dem Schild ist nicht automatisch die Leistung, die im Akku ankommt. Fahrzeug, Batterie, Temperatur und Belegung des Standorts entscheiden mit. Dieser Überblick zeigt, welche Ladeart für Zuhause, Alltag und Langstrecke sinnvoll ist.

Öffentliche AC- und DC-Ladesäulen mit Elektroautos
Vom langsamen AC-Ladepunkt bis zum DC-Schnellladepark
Die kurze Antwort

Zu Hause zählt Standzeit, unterwegs zählt Ladegeschwindigkeit

Wallbox3,7 bis 22 kW AC

Für Zuhause und lange Standzeiten. Meist ist 11 kW der ausgewogene Standard.

Typ 2
AC-Ladesäulebis 22 kW AC

Für Innenstadt, Hotel, Arbeitsplatz und Parkhaus. Das Fahrzeug begrenzt die AC-Leistung.

Typ 2
DC-Schnellladermeist 50 bis 150 kW

Für kürzere Stopps unterwegs. Die Ladesäule liefert Gleichstrom direkt an die Batterie.

CCS Combo 2
HPC-Laderhäufig 150 bis 400 kW

Für Langstrecke und kurze Pausen. Hohe Leistung nur bei geeigneter Fahrzeugtechnik.

CCS Combo 2
AC gegen DC

Der entscheidende Unterschied liegt bei der Stromumwandlung

AC

Wechselstromladen

Das Stromnetz liefert Wechselstrom. Beim AC-Laden übernimmt das Ladegerät im Fahrzeug die Umwandlung in batterietauglichen Gleichstrom. Deshalb begrenzt der Onboard-Charger des Fahrzeugs die Leistung. Kann das Auto nur 11 kW AC laden, bringt eine 22-kW-Säule keine 22 kW ins Fahrzeug.

  • preisgünstigere Ladehardware
  • ideal bei längeren Standzeiten
  • zu Hause der Normalfall
DC

Gleichstrom-Schnellladen

Die Leistungselektronik sitzt in der Ladesäule. Sie liefert Gleichstrom direkt an die Batterie und kann deshalb deutlich höhere Ladeleistungen bereitstellen. DC-Laden ist aufwendiger, teurer und besonders für Reise- sowie Schnellladestandorte gedacht.

  • kurze Ladepausen möglich
  • Leistung folgt der Ladekurve
  • teurer als AC-Laden
Typ-2-Stecker, CCS-Combo-2-Stecker und mobiles Ladekabel
Typ 2 für AC, CCS Combo 2 für schnelles DC-Laden
Stecker und Kabel

Typ 2 und CCS Combo 2 sind die wichtigsten Anschlüsse

Typ 2 ist in Europa der Standard für Wechselstromladen. Zu Hause kann das Kabel fest an der Wallbox montiert sein oder separat mitgeführt werden.

CCS Combo 2 ergänzt den Typ-2-Bereich um zwei große Gleichstromkontakte. Das Kabel ist bei öffentlichen DC-Schnellladern fest an der Säule angeschlagen.

Mobile Ladeeinrichtungen mit Haushalts- oder CEE-Anschluss sind für Sonderfälle und Reisen gedacht. Die jeweilige Steckdose, Absicherung und Dauerbelastbarkeit müssen zur Ladeleistung passen.

Ladezeit realistisch einschätzen

Akku geteilt durch Leistung ist nur der Anfang

Ein 60-kWh-Akku benötigt von 20 auf 80 Prozent rund 36 kWh. Rein rechnerisch dauert das bei 11 kW gut drei Stunden und bei 100 kW etwa 22 Minuten. In der Praxis entstehen Ladeverluste, und beim DC-Laden sinkt die Leistung mit zunehmendem Akkustand.

Haushaltssteckdoseca. 2,3 kWrund 15 bis 18 Stunden
Wallbox11 kW ACrund 3,5 bis 4 Stunden
AC-Ladesäule22 kW*rund 1,8 bis 4 Stunden
DC-Schnelllader100 kW*rund 25 bis 35 Minuten
HPC-Lader200 kW*rund 18 bis 25 Minuten

Beispiel für etwa 36 kWh nachzuladende Energie, inklusive grober Praxisaufschläge. *Nur wenn das Fahrzeug diese Leistung unterstützt; DC-Leistung folgt einer variablen Ladekurve.

Warum lädt das Auto langsamer?

Sechs Faktoren begrenzen die tatsächliche Leistung

Fahrzeuglimit

Onboard-Charger und DC-System geben die maximale Leistung vor.

Akkustand

Bei hohem Ladestand reduziert das Batteriemanagement die Leistung.

Temperatur

Ein kalter oder sehr warmer Akku lädt langsamer.

Vorkonditionierung

Das Fahrzeug kann den Akku vor einem Schnellladestopp vorbereiten.

Geteilte Leistung

Manche Ladepunkte teilen ihre Gesamtleistung mit dem Nachbaranschluss.

Spannungssystem

800-Volt-Fahrzeuge können an geeigneten HPC-Ladern besonders schnell laden.

Öffentlich laden

So funktionieren Freischaltung und Bezahlung

Lade-App

Standort wählen, Ladepunkt freischalten und den Vorgang in der App beenden. Preis und Roamingbedingungen vorher prüfen.

RFID-Ladekarte

Praktisch bei regelmäßiger Nutzung eines Fahrstromanbieters. Karte an den Leser halten und Ladevorgang starten.

Direktzahlung

Spontanes Laden ohne Dauerschuldverhältnis, beispielsweise über Karte oder eine webbasierte Bezahlseite.

Plug & Charge

Bei kompatiblem Fahrzeug und Ladepunkt authentifiziert sich das Auto automatisch über das Ladekabel.

Vor dem Start prüfen: Preis pro kWh, mögliche Start- oder Zeitgebühren, Blockiergebühren und die maximale Standzeit können sich je Anbieter und Tarif unterscheiden.

Einsatzorte vergleichen

Welche Ladeart passt zu welchem Stopp?

OrtTypische LadeartWarum sie dort passt
Eigenheim11-kW-WallboxLange Standzeit, günstige Installation und PV-Integration
ArbeitsplatzAC 11 oder 22 kWMehrere Stunden Standzeit, gut mit Lastmanagement kombinierbar
Hotel und FreizeitAC-Destination-ChargingFahrzeug lädt während des Aufenthalts
SupermarktAC oder DC 50 bis 150 kWLadeleistung passend zur Aufenthaltsdauer
AutobahnDC-HPCMöglichst viel Reichweite während einer kurzen Pause
MehrfamilienhausAC mit LastmanagementVorhandene Anschlussleistung auf mehrere Fahrzeuge verteilen
Offizielle Einordnung

Normalladepunkt oder Schnellladepunkt?

Die Bundesnetzagentur unterscheidet öffentlich zugängliche Normalladepunkte bis einschließlich 22 kW und Schnellladepunkte mit mehr als 22 kW. Öffentliches AC-Laden verwendet mindestens Typ 2; für öffentliches DC-Laden ist CCS Combo 2 der maßgebliche Standard.

Stand August 2026. Quelle: Bundesnetzagentur, FAQ zur Ladeinfrastruktur.

Für Zuhause

Die Wallbox sollte zum Haus und zum Fahrzeug passen.

Prüfen Sie AC-Limit, Steckertyp und Plattform und planen Sie dann Ladeleistung, Kabelweg, Photovoltaik und Energiemessung gemeinsam.